Inkontinenz bei Männern: Ursachen erkennen & behandeln
Männer, schaut auf diese Werbebande – Warum
Inkontinenz-Werbung beim Fußball boomt
Der SV Meppen ist zurück in der 3. Liga und in der Hänsch-Arena wird wieder Profifußball gespielt.
Auch vor dem Fernseher dreht sich seit Ende August bei vielen Männern im Emsland wieder alles um Fußball.
Zuletzt aktualisiert am 21. August 2026 · Fachliche Einschätzung: Silvia Deymann, Expertin für Beckenbodentraining und Inkontinenz im Emsland
Und mittendrin taucht ein Thema auf, über das Männer selbst erstaunlich selten sprechen:
Inkontinenz. In den Werbeblöcken bei Sky, DAZN und Co. wird aktuell groß für Einlagen, Pants und spezielle Inkontinenz-Unterwäsche für Männer geworben.
Dass solche Produkte ausgerechnet in einem Umfeld beworben werden, in dem Millionen Männer zuschauen, ist kein Zufall.
„Kein Unternehmen investiert Millionen in Werbung für ein Problem, das kaum jemand hat“, sagt Silvia Deymann, Expertin für Beckenbodentraining und Inkontinenz im Emsland. „Die Werbung
zeigt eigentlich sehr deutlich: „Männer, ihr seid mit dem Thema nicht allein.“
Inkontinenz bei Männern. Problem erkannt. Und jetzt?
Inkontinenzprodukte erfüllen einen wichtigen Zweck. Sie helfen, mit den Folgen des Problems im
Alltag zurechtzukommen. Aber wenn eine geschwächte Beckenbodenmuskulatur hinter den
Beschwerden steckt, sollte die nächste Frage lauten: Kann ich etwas gegen die Ursache tun?
Für Silvia Deymann ist das die wesentlich konsequentere Herangehensweise.
„Männer sind es gewohnt, Probleme zu lösen. Wenn am Haus etwas kaputt ist, wird es repariert.
Wenn im Job etwas nicht funktioniert, sucht man nach der Ursache.
Warum sollte man beim eigenen Körper plötzlich damit anfangen, nur die Folgen zu verwalten?“
Warum gerade jetzt?
Dass Männer sich mit gesundheitlichen Problemen schwertun, ist kein neues Phänomen. Studien zeigen immer wieder: Männer gehen seltener zum Arzt, sprechen seltener über Beschwerden und warten oft deutlich länger, bis sie sich Hilfe suchen – frei nach dem Motto: Wird schon wieder. Bei Inkontinenz kommt für viele noch ein zusätzlicher Faktor hinzu: Scham. Ein Thema, das gesellschaftlich eher mit älteren Frauen nach der Schwangerschaft in Verbindung gebracht wird, obwohl auch Männer jeden Alters betroffen sein können – ob nach einer Prostata-OP, durch Übergewicht, intensiven Sport oder schlicht durch einen im Alltag vernachlässigten Beckenboden.
Hier setzt die aktuelle Werbewelle an. Sie normalisiert ein Thema, das lange totgeschwiegen wurde, und schafft einen Zugang, den es vorher kaum gab. Für Silvia Deymann ist das ein erster, wichtiger Schritt: „Die Werbung öffnet die Tür. Aber sie beantwortet nicht die Frage, was als Nächstes kommt.“
An diesem Punkt beginnt für viele Männer der eigentliche Prozess: weg vom reinen Verwalten der Symptome, hin zu einer aktiven Auseinandersetzung mit der Ursache. Wer einmal verstanden hat, dass ein trainierbarer Muskel hinter dem Problem steckt, verliert oft schnell die Scham – und gewinnt stattdessen das Gefühl zurück, die Kontrolle über den eigenen Körper zu haben.
Inkontinenz bei Männern. Hinsetzen statt hinnehmen
Beckenbodentraining klingt für viele Männer zunächst wenig attraktiv. Im Beckenbodenzentrum
Emsland hat es allerdings wenig mit klassischen Übungen zu tun. Trainiert wird vollständig
angezogen auf einem speziellen Beckenbodenstuhl. Eine Sitzung dauert rund 30 Minuten.
Elektromagnetische Impulse lösen intensive Muskelkontraktionen aus und trainieren so gezielt
den Beckenboden.
„Man muss das Thema weder dramatisieren noch sich dafür schämen“, sagt Silvia Deymann.
„Man stellt fest, dass etwas nicht mehr so funktioniert, wie es soll. Dann schaut man, woran es
liegt und was man dagegen tun kann.“
Eigentlich eine ziemlich männliche Haltung. Man muss sich also nicht verstecken.
Man sollte sich nur entscheiden, ob man das Problem dauerhaft managen oder gezielt angehen
möchte.
Was ist Inkontinenz bei Männern?
Inkontinenz bei Männern bezeichnet den unfreiwilligen Verlust von Urin, der häufig durch eine geschwächte Beckenbodenmuskulatur verursacht wird. Betroffen sind nicht nur ältere Männer nach einer Prostata-OP, sondern auch jüngere Männer durch Übergewicht, intensiven Sport oder Bewegungsmangel im Alltag.
Was verursacht Inkontinenz bei Männern?
Die häufigste Ursache ist eine geschwächte Beckenbodenmuskulatur. Sie kann durch Alterungsprozesse, eine Prostata-Operation, Übergewicht oder einseitige Belastung im Alltag entstehen.
Hilft Beckenbodentraining wirklich gegen Inkontinenz?
Ja. Ein trainierter Beckenboden kann die Blasenkontrolle deutlich verbessern, da er die Muskulatur stärkt, die für den Verschluss der Harnröhre verantwortlich ist. Laut Silvia Deymann, Expertin für Beckenbodentraining im Emsland, liegt der Schlüssel darin, die Ursache statt nur die Symptome zu behandeln.
Wie funktioniert Beckenbodentraining ohne klassische Übungen?
Im Beckenbodenzentrum Emsland erfolgt das Training vollständig angezogen auf einem speziellen Beckenbodenstuhl. Elektromagnetische Impulse lösen rund 30 Minuten lang gezielte Muskelkontraktionen aus – ganz ohne aktive Übungen.
Warum wird gerade jetzt viel Werbung für Inkontinenzprodukte gezeigt?
Werbetreibende erkennen zunehmend, dass Millionen Männer beim Fußball-Zuschauen erreicht werden können. Die Werbung normalisiert ein Thema, über das Männer selten offen sprechen, und schafft so einen niedrigschwelligen Zugang.
„Kein Unternehmen investiert Millionen in Werbung für ein Problem, das kaum jemand hat“, betont Silvia Deymann, Expertin für Beckenbodentraining und Inkontinenz im Emsland. Ihre Einschätzung: Die aktuelle Werbewelle bei Sky und DAZN zeigt, wie verbreitet Inkontinenz bei Männern tatsächlich ist – auch wenn kaum darüber gesprochen wird.
Mein Wunsch: Offenheit statt Scham
Ich wünsche mir, dass wir alle offener über dieses Thema sprechen. Denn Inkontinenz ist keine Schwäche, sondern ein Signal des Körpers, dass er Hilfe braucht – so wie bei Rückenschmerzen oder Verspannungen. Wer den ersten Schritt wagt, findet Lösungen.
Und manchmal beginnt alles mit einem Gespräch. Und einer halben Stunde im Sitzen.
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